AIDS
Zahl der HIV-Neuinfektionen sinkt weltweit
Mittwoch, 25. Nov 2009, 11:59
Zahl der HIV-Neuinfektionen sinkt weltweit.
Rund 2,7 Millionen Menschen haben sich 2008 den Aids-Erreger zugezogen. Das sind rund 30 Prozent weniger als 1996, als die Neuinfektion einen vorläufigen Höhepunkt erreichte. Damals hatte die UN 3,5 Millionen neue Fälle gezählt. Laut Weltaidsbericht, den UNAIDS gestern veröffentlicht hat, leben derzeit rund 33,4 Millionen Menschen mit HIV, davon die meisten in Schwarzafrika. In Deutschland bleibt die Zahl der Neuinfektionen zwar unverändert, ist jedoch eine der niedrigsten in Europa. Prävention und Aufklärung bleiben weiterhin die wichtigsten Maßnahmen im Kampf gegen die Epidemie.
Teilerfolg bei HIV-Bekämpfung
Angesichts der sich weiter ausbreitenden Immunschwächekrankheit wird die sinkenden Neuinfektionsrate allerdings nur als Teilerfolg gewertet. Immer noch sterben weltweit jährlich gut zwei Millionen Menschen an der Krankheit. Der UN-Bericht sieht den Kampf gegen Aids weiterhin als eine der zentralen Herausforderungen der Menschheit an, solange die Anzahl derer steigt, die mit dem Virus leben müssen. Aids ist weiterhin einer der Haupttodesursachen und sorgt für eine hohe Kindersterblichkeit.
Wesentliche Erfolge gegen die Krankheit werden weiterhin durch effektive Maßnahmen der Prävention bestimmt. Hier konnten die Verfasser des Berichts eine deutliche Verbesserung in den vergangenen Jahren beobachten. Einige Länder können sogar einen Rückgang der HIV-Infizierten verzeichnen; auch die Verbreitung unter Jugendlichen geht deutlich zurück. Laut Michel Sidibé, Vorsitzender von UNAIDS, sind diese Teilerfolge auf bessere Prävention zurückzuführen.
Regionale Unterschiede
Weltweit sind teilweise starke regionale Unterschiede in der Verbreitung und Behandlung von Aids auszumachen. Am stärksten ist nach wie vor Schwarzafrika von dem Virus betroffen. 22,4 Millionen Menschen leben dort mit HIV, das sind zwei Drittel der weltweiten Fälle. Rund 14 Millionen Kinder haben dem Bericht zufolge einen oder beide Elternteile durch Aids verloren. Dennoch kann Afrika zumindest hinsichtlich der Neuinfektionsrate große Fortschritte verzeichnen. Aber auch in Asien ist die Zahl der neuen Fälle rückläufig. Europa hat dagegen teilweise steigende Infektionszahlen zu verzeichnen, das gilt vor allem für Osteuropa.
HIV in Deutschland
In Deutschland stagniert die Zahl der Neuinfektionen bei rund 3000 Fällen pro Jahr. Laut Bundesgesundheitsministerium ist dies die niedrigste Rate in Westeuropa. Seit dem Jahr 2000 steigt die Zahl der neuen Fälle zwar, flacht aber seit 2007 leicht ab. Nach Schätzungen des Robert-Koch-Instituts leben hierzulande zwischen 64.000 und 70.000 Menschen mit dem HI-Virus, so viele wie nie zuvor. Das ist nach Ansicht der Experten auf verbesserte Therapie- und Behandlungsmethoden zurückzuführen.






