Wissenschaft

Studie: Zusammenhang zwischen Ökonomie und Gesundheit

Montag, 11. Jan 2010, 15:28
Martin Karlsson ist Gesundheitsökonom an der Technischen Universität Darmstadt. Zusammen mit der Universität im schwedischen Lund hat er eine Studie erstellt, die einen eindeutigen Zusammenhang zwischen den wirtschaftlichen Verhältnissen eines Landes und der Gesundheit der Bevölkerung nachweisen kann.
Zusammenhang zwischen Ökonomie und der Gesundheit der Bevölkerung.

Zusammenhang zwischen Ökonomie und der Gesundheit der Bevölkerung.

Es gibt schon viele Studien zu jedem nur erdenklichen Thema, so natürlich auch zu diesem. Neu an der aktuellen Studie ist aber die Basis der erhobenen Daten. So stützen sich die Ergebnisse auf Umfragen in 21 Ländern. Bisherige Studien waren bisher nur auf ein einziges Land oder auf die reichen Länder beschränkt. „Alle befragten Personen zusammen repräsentieren die Hälfte der Weltbevölkerung“, macht Martin Karlsson die Grundlagen der Studie deutlich. Es wurden die Menschen in Staaten mit einer relativ guten Verteilung der ökonomischen Mittel wie beispielsweise in Deutschland befragt. In gleichem Umfang aber wurden die Verhältnisse in Ländern mit sehr großem Vermögensgefälle erforscht, also Staaten wie Russland oder auch Südafrika.

Grundlagen

Für die repräsentative Umfrage wurden in jedem Land 1.000 Menschen ausgewählt. Sie konnten ihren Gesundheitszustand auf einer Skala bewerten, deren Umfang von „sehr gut“ bis „sehr schlecht“ reichte. Natürlich kann eine solche Bewertung nur subjektiv sein. Zusätzlich wurde die Gesundheit der Befragten nach ihren alltäglichen Aktivitäten gemessen. So wollten die Forscher mögliche Behinderungen feststellen, um noch fundiertere Rückschlüsse auf die Gesundheit der Studienteilnehmer ziehen zu können.

Ergebnisse

Mehr als 75 Prozent der Befragten in Frankreich, Kanada und Dänemark bezeichneten ihren Gesundheitszustand mit „gut“ oder „sehr gut“. Wenn allerdings in einem Land mit ungleicher Verteilung der ökonomischen Mittel nachgefragt wurde, war das Ergebnis der Befragung wesentlich schlechter. Es war lediglich ein Drittel der chinesischen oder türkischen Studienteilnehmer, die ihre Gesundheit für „gut“ oder „sehr gut“ hielten. Russland hatte die schlechtesten Ergebnisse vorzuweisen. Nur 17 Prozent waren nach eigenem Empfinden bei guter oder sehr guter Gesundheit. Die deutschen Teilnehmer konnten einen Platz auf der Gesundheitsskala im oberen Mittelfeld erreichen. 70 Prozent der Befragten Deutschen waren mit ihrem Gesundheitszustand zufrieden oder sehr zufrieden.

Messgrößen und Korrelationen  

Die wirtschaftliche Schieflage wird mit einem Index gemessen, dem „Gini-Index“. Grob gesagt hat dieser Index einen hohen Wert, wenn in einem Land wenige Menschen das meiste Einkommen des Staates haben. Er ist klein in den Ländern, in denen das Vermögen relativ gleichmäßig verteilt ist. Die Wissenschaftler haben die Korrelation zwischen Gesundheitszustand und Gini-Index überprüft und noch weitere Informationen abgefragt. So wurde unter anderem die Zahl der Kinder oder die Haushaltsgröße in Betracht gezogen. Doch das waren offensichtlich keine bestimmenden Umstände.

Weitere Forschungen

Martin Karlsson betont, dass es keinen direkten ursächlichen Zusammenhang zwischen der wirtschaftlichen Ungleichheit eines Landes und der allgemeinen Gesundheit seiner Bürger gibt. Nach Karlssons Aussagen ist es durchaus möglich, dass die beiden Faktoren der Erhebung noch von anderen Lebensumständen und Tatsachen abhängig sind oder beeinflusst werden. Es ist für die Wissenschaftler eine weitere wichtige Aufgabe, diese Faktoren zu ermitteln und in Relation zu setzen. 

 




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