Krebstherapie

Soja: Inhaltsstoff als Heilmittel gegen Krebs

Mittwoch, 25. Nov 2009, 17:24
Sojabohnen könnten künftig zur Krebstherapie eingesetzt werden, wie amerikanische Wissenschaftler mitteilten. Die Hülsenfrucht soll Substanzen enthalten, die Krebszellen dazu treibt, sich selbst zu zerstören. Damit könnte die Pflanze zu einem wichtigem Mittel im Kampf gegen Krebs werden.
Soja: Inhaltsstoff als Heilmittel gegen Krebs.

Soja: Inhaltsstoff als Heilmittel gegen Krebs.

Sojapflanzen sind sehr beliebte Produkte, denen schon seit langem viele gesunde Eingenschaften zugeschrieben werden. Die Sojabohne enthält beispielsweise hohe Mengen an Eiweiß, Proteinen sowie Phytohormonen, die das Risiko von Herzerkrankungen maßgeblich senken. Jetzt wurde ein weiterer wertvoller Inhaltsstoff entdeckt: Soja soll Substanzen enthalten, die Krebszellen zerstören. Die Pflanze könnte daher bald zur Herstellung neuartiger Krebsmedikamente dienen. Außerdem konnten die Wissenschaftler bei der Substanz eine vorbeugende Wirkung bei Darmerkrankungen ausmachen. Nächstes Ziel ist die entwicklung eines Medikamentes.

Forschungsdurchbruch mit Umwegen

Zu dem Ergebnis kamen die Forscher um Julie Saba vom Children’s Hospital and Research Center im kalifornischen Oakland nicht über den direkten Weg. Sie hatten zunächst entdeckt, dass die Körper von Taufliegen bestimmte Substanzen enthalten, die Zellen zur Selbstzerstörung treiben. Weiter stellten die Wissenschaftler fest, dass die Fliegen ungewöhnliche Moleküle, sogenannte Sphingadiene, produzieren. Diese werden unter anderem für den Aufbau von fettartigen Biomolekülen, den Lipiden, genutzt. Untersuchungen zeigten, dass eine hohe Konzentration dieser Sphingadiene im Körper der Fliegen offenbar den Tod genetisch veränderter Zellen auslöst. Diese Wirkung könnte auch in der Krebsforschung einen entscheidenen Faktor darstellen. Die Vermutung lag daher nahe, dass Spingadiene auch im menschlichen Körper zu diesem Effekt führen und Krebszellen abtöten könnten, so die Wissenschaftler.

Reichlich Wirkstoff in Sojabohnen

Die gleichen Substanzen aus dem Körper der kleinen Insekten befinden sich auch zu großen Mengen in der Sojabohne, so dass sich die Hülsenfrucht wahrscheinlich als Lieferant der Wirkstoffe genutzt werden könnte, so die kalifornischen Wissenschaftler im Fachblatt „Cancer Research“.

Bereits in vorherigen Studien hatten Forscher herausgefunden, dass die Verwendung von Sojasubstanzen eine positive Wirkung im Hinblick auf die Behandlung von Brustkrebs haben. Zudem können sie vorbeugend gegen chronisch-entzündliche Darmerkrankungen und sogar gegen Darmkrebs wirken. Die genauen Hintergründe dafür waren dafür bislang jedoch immer unklar gewesen. Die neue Studie könnte jetzt einen Aufschluss über Wirkungsmechanismen geben. Die Aufklärung über die genauen Einflüsse von Sphingadiene soll letztendlich die Grundlage bilden, ein geeignetes Medikamente zu entwickeln, das der erfolgreichen Krebsvorsorge und Behandlung der Krankheit dienen kann.  




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