H1N1-Virus

Schweinegrippe-Impfung startet im Oktober

Donnerstag, 24. Sep 2009, 21:00
Sobald die Freigabe des Impfstoffes durch die EU vorliegt, könnte die Impfung zügig beginnen. Ab 19. Oktober sollen erste Impfdosen verabreicht werden. Gesunde Menschen, die nicht zur Risikogruppe gehören, müssen sich aber einige Wochen länger gedulden.
Die Impfung startet für Risikogruppen.

Die Impfung startet für Risikogruppen.

Das lange Warten könnte bald ein Ende haben. Heute berät die Europäische Arzneimittelagentur (EMEA) über die Zulassung des Impfstoffes der Firma GlaxoSmithKline. Verläuft alles nach Plan, können die ersten Impfdosen rund drei Wochen später ausgeliefert werden. Das niedersächsische Gesundheitsministeriums betonte, dass aber noch kein konkreter Termin feststehe. Das Bielefelder Westfalen-Blatt hatte den 19. Oktober als möglichen Termin genannt. Dennoch geht auch die Sprecherin des für eine deutsche Genehmigung zuständigen Paul-Ehrlich-Institutes vom Impfstart Mitte Oktober aus. Die Woche ab dem 19. Oktober ist ihrer Ansicht nach der frühestmögliche Termin.

Junge Gesunde müssen länger warten

Die Impfung wird streng nach dem nationalen Pandemieplan durchgeführt werden. Dieser sieht vor, zuerst Polizisten, Feuerwehrleute sowie medizinisches Personal zu impfen. Ebenso ganz oben auf der Prioritätenliste stehen chronisch Kranke und schwangere Frauen. Danach folgen Menschen, die zur Risikogruppe der saisonalen Influenza gehören, etwa Personen ab 60. Diese Gruppen haben einen bestimmten Zeitraum, in der sie ausschließlich Anspruch auf eine Impfung haben. Erst danach, wahrscheinlich gegen Jahresende, können sich auch Jüngere und gesunde Menschen gegen die Schweinegrippe impfen lassen. Ärzte sind angehalten, sich streng an diese Vorgaben zu halten. An der Finanzierung der Impfung beteiligen sich neben dem Bund sowohl die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) als auch die private Krankenversicherung (PKV).

Jetzt gegen saisonale Grippe impfen

Um das Gesundheitssystem zu entlasten, hat das Bundesgesundheitsministerium dazu aufgerufen, sich jetzt gegen die saisonale Grippe impfen zu lassen. Das würde Doppelbelastungen von Ärzten und Krankenhäusern vermeiden, sobald die Schweinegrippe-Impfung beginnt. Besonders Risikogruppen, denen vom Robert-Koch-Institut eine Impfung gegen die saisonale Influenza geraten wird, sollten einen frühzeitigen Schutz aufbauen. Zu dieser Personengruppe zählen Menschen ab 60 und solche mit chronischen Atemwegserkrankungen. Ministerin Ulla Schmidt geht mit gutem Beispiel voran und verkündete gestern, sie habe sich gegen die normale Grippe impfen lassen.

Impfmüdigkeit der Bevölkerung

Während die Vorbereitungen auf Hochtouren laufen, sieht die Bevölkerung der bevorstehenden Imfpung eher gelassen entgegen. Umfragen deuten darauf hin, dass nur wenige Menschen die Schweinegrippe-Impfung in Anspruch nehmen wollen. Viele befürchten, dass der Impfstoff in der kurzen Entwicklungszeit nicht ausreichend getestet wurde und unerwartete Nebenwirkungen verursachen könnte. Dagegen weist das Robert-Koch-Institut darauf hin, dass alle Vakzine gemäß den Vorgaben getestet werden und die für alle Impfstoffe erforderlichen Zulassungsvoraussetzungen mitbringen werden.

Schweinegrippe in Deutschland

Mit Stand vom 23. September waren in Deutschland insgesamt 19.538 Personen als infiziert gemeldet worden. Insgesamt verläuft die Pandemie hierzulande eher mild. Trotz einiger schwerer Verläufe sind bisher keine Todesfälle in Deutschland zu verzeichnen gewesen. Das Robert-Koch-Institut meldet seit Ende Juli rückläufige Neuinfektionen.




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