H1N1-Virus

Schweinegrippe: Impfung kann in ganz Europa starten

Donnerstag, 01. Okt 2009, 06:30
Die europäischen Staaten können mit den Impfungen gegen die Schweinegrippe beginnen. Am vergangenen Dienstag erlaubte die EU-Kommission die Nutzung der beiden Impfstoffe "Focetria" des Herstellers Novartis und "Pandemrix" aus den Laboren des Konzerns Glaxo-Smith-Kline.
Die Impfung kostet rund 600 Millionen Euro.

Die Impfung kostet rund 600 Millionen Euro.

Die Europäische Arzneimittelbehörde (EMEA) hatte die Zulassung der beiden Stoffe gebilligt. Günter Verheugen ist der Vizepräsident der Europäischen Kommission. Er begrüßt es sehr, dass die Kommission die Entscheidung für die Impfstoffe so zügig getroffen hat. Durch die schnelle Zulassung stände der Impfstoff noch rechtzeitig zur Verfügung, bevor die Hochsaison der Grippe im Herbst und im Winter beginnt. Spätestens am heutigen Donnerstag soll die Zulassung ihre Gültigkeit erhalten. Die Kommission wird die Zulassung an die Pharmahersteller, an die 27 Staaten in der EU und an die Länder Liechtenstein, Island und Norwegen schicken. Diese Länder hatten den Impfstart vom Plazet der EU-Kommission abhängig gemacht.

Baldige Impfempfehlung

Wie, wann und in welchem Modus die Impfungen stattfinden werden – dafür gibt es keine generelle Richtlinie. Die Staaten entscheiden das selbständig und nach eigenem Gusto. In Deutschland liegt die Organisation der Impfungen in den Händen der einzelnen Bundesländer. Das Gesundheitsministerium geht davon aus, dass die Impfungen Mitte Oktober beginnen können. Die Planungen gehen bisher dahin, dass zunächst chronisch Kranke, Schwangere sowie die Beschäftigten des Gesundheitswesens zu impfen. Eine grundsätzliche und generelle Impfempfehlung ist beim Robert-Koch-Institut für Anfang Oktober geplant.

Impfung – Nein danke

Die Bundesländer haben fürs Erste 50 Millionen Impfdosen bestellt. Die Option für weitere Bestellungen ist natürlich festgemacht. Das Gesundheitsministerium betont immer wieder, dass jeder geimpft werden soll, der das auch möchte. Ob es nun einen Ansturm auf die Impfungen geben wird, ist aber fraglich. Nach den Ergebnissen einer Forsa-Umfrage unter 500 Deutschen wollen sich rund zwei Drittel der Bundesbürger gar nicht impfen lassen. Die Umfrage wurde im Auftrag einer RTL-Fernsehsendung durchgeführt. Lediglich 21 Prozent der Befragten standen der Schweinegrippe-Impfung positiv gegenüber. Zwar liegt die Zahl der Impfwilligen bei den Menschen über 60 Jahre mit 26 Prozent ein wenig höher, und auch die Ostdeutschen wollen sich zu 27 Prozent impfen lassen. Doch glaubt man den Umfragewerten, so ist die Impfbereitschaft ausgesprochen gering.

Schule geschlossen

Dabei gibt es weiterhin ausgesprochen unangenehme Situationen, denn trotz sinkender Infektionszahlen ist die Schweinegrippe noch nicht ausgestanden. In einem Gymnasium in Pullach gab es eine Welle von Erkrankungen. Innerhalb von fünf Tagen gab es 36 bestätigte Infektionen. Nach einer Party am 13. September erkrankten elf Schüler an der Schweinegrippe, dann breitete sich die Infektion sehr schnell aus. Das Gesundheitsamt ließ am Dienstag die Schule schließen.

Resultate nicht endgültig

Doch die Empfehlungen der Behörden bleiben bestehen. Die EMEA in London hatte eine Empfehlung von zwei Impfungen ausgesprochen. Erwachsene und Kinder ab sechs Monate sollten nach diesen Vorgaben geimpft werden. Die zweite Impfung sollte drei Wochen nach der ersten Immunisierung verabreicht werden. Das soll auch für Schwangere gelten. Doch offensichtlich ist noch kein endgültig abschließendes Urteil gesprochen. Die Arzneimittelbehörde wird in den nächsten Monaten noch weitere klinische Studien durchführen. Je nach den Ergebnissen dieser Test könnten sich die bisherigen Empfehlungen ändern. So gibt es beispielsweise Untersuchungen von anderen Instituten. Deren Ergebnisse gehen davon aus, dass bereits eine Impfung ausreichen könnte.Hier die aktuellen Zahlen zur Schweinegrippe.




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