H1N1-Virus
Schweinegrippe: Gegenmaßnahmen laufen an
Mittwoch, 16. Sep 2009, 10:01
Die Massenimpfung erfordert viel Vorbereitung.
Trotz der laut Robert-Koch-Institut derzeit rückläufigen Zahl der Neuinfektionen in Deutschland, werden breit angelegte Pläne zur Eindämmung der Pandemie wie geplant umgesetzt. Klinische Studien zur Wirkung eines Impfstoffes des Unternehmens Novartis laufen zwar noch, doch schon in rund 3 Wochen sollen die ersten Impfdosen verabreicht werden. Ein weiterer Impfstoff wurde in Deutschland bereits zugelassen. Wie das Pharmaunternehmen Novartis mitteilte, sei die Wirkung des getesteten Impfstoffes viel versprechend: Bei 80 von 100 Testpersonen zeige das Antimittel die ein stark schützende Wirkung gegen das H1N1-Virus. Bei Doppelimpfungen sei sogar bei 90 von 100 Testpersonen eine Immunwirkung zu beobachten. Getestet wurden weltweit 6000 Personen.
Erste Zulassung von Impfstoffen
Unterdessen wurden gestern in den USA die Impfstoffe von vier Herstellern zugelassen. Die zuständige Gesundheitsbehörde FDA bewilligte die Wirkstoffe von CSL Limited, MedImmune LLC, Novartis Vaccines und Diagnostics Limited für den U.S.-amerikanischen Markt. Die ersten Impfchargen sollen Mitte Oktober ausgeliefert werden. In Deutschland ist ebenfalls mit der Planung einer breit angelegten Impfaktion begonnen worden. Ein genaues Datum ist zwar noch nicht bekannt, doch etwa Mitte Oktober ist mit den ersten Impfungen zu rechnen. Zunächst werden Impfdosen jedoch nur an Schlüsselpersonal des öffentlichen Lebens ausgegeben. Derzeit ist das Test- und Genehmigungsverfahren des Novartis-Impfstoffes in Deutschland noch in vollem Gange. Eine Genehmigung durch das Paul Ehrlich-Institut wird im Oktober erwartet. Das Mittel eines anderen Herstellers hat die Testphase in Deutschland bereits verlassen. Laut Paul Ehrlich-Institut, das für die Genehmigung zuständig ist, wurde die Wirkung des Impfstoffes Pandemrix in umfangreichen Tests nachgewiesen. 50 Millionen Dosen wurden bereits bestellt.
Übernahme der Impfkosten
Die Impfung der Bevölkerung kostet nach Einschätzung der Krankenkassen rund 600 Millionen Euro. Nach langen Diskussionen sind die gesetzlichen Krankenkassen nun verpflichtet, die Impfung für die Hälfte der Bevölkerung zu übernehmen. Die andere Hälfte wird durch den Bund aus Steuermitteln finanziert. Auch die private Krankenversicherung übernimmt die Impfung gegen die Schweinegrippe für ihre Versicherten.
Kein Grund zur Panik
Das Robert-Koch-Institut hat bereits letzte Woche bekannt gegeben, dass die Zahl der Neuinfektionen derzeit rückläufig ist. Von Entwarnung kann aber noch nicht die Rede sein, angesichts der noch bevorstehenden Grippesaison. Das RKI spricht auch davon, dass Schulschließungen derzeit zwar vereinzelt gemeldet werden, es aber momentan keinen Anlass zu bundesweiten Schließungen gebe. Ähnlich äußerte sich die EU-Gesundheitskommissarin Androulla Vassiliou. Sie hält Schulschließungen derzeit nicht für sinnvoll. Nur Gruppenausbrüche einer Krankheit würden einen solchen Schritt erfordern. Zudem sei es mit Schließungen allein nicht getan. Schüler müssten dann gänzlich zu Hause bleiben, um eine weitere Verbreitung zu verhindern.






