Wissenschaftliches Insitut der PKV

Private Krankenversicherung auch für Familien attraktiv

Sonntag, 13. Sep 2009, 07:20
Lange Zeit bestand die Vermutung, dass sich Familien mit Kindern wegen der Familienversicherung eher für die gesetzliche Krankenversicherung entscheiden. Diese Auffassung wurde nun vom Wissenschaftlichen Institut der Privaten Krankenversicherung relativiert.
Auch Familien sind in der PKV gut aufgehoben.

Auch Familien sind in der PKV gut aufgehoben.

In der gesetzlichen Familienversicherung ist die kostenfreie Versicherung unterhaltsberechtigter Angehöriger möglich. Daher herrschte lange Zeit die Auffassung, dass sich Familien mit Kindern eher für eine gesetzliche anstatt für eine private Krankenversicherung entscheiden. Dr. Frank Niehaus vom Wissenschaftliche Institut der Privaten Krankenversicherung (WIP) hat diese Annahme nun näher untersucht. Im WIP-Diskussionspapier 9/09 wurde die höhere Attraktivität der gesetzlichen Kassen für Familien revidiert. Trotz der Tatsache, dass eigene Beiträge für privat versicherte Kinder anfallen, hat die Anziehungskraft der privaten Krankenversicherung auf Familien in den letzten Jahren kontinuierlich zugenommen. Dagegen ist bei der gesetzlichen Krankenversicherung ein rückläufiger Anteil der Kinder und Jugendlichen zu beobachten. Das ist die Kernaussage der Untersuchung, die alle privat versicherten Kinder über die Pflegeversicherung erfasst hat. Der Anteil der Kinder und Jugendlichen unter 18 sank von 2000 bis 2007 zwar sowohl bei der gesetzlichen als auch bei der privaten Versicherung. In der gesetzlichen fiel der Abwärtstrend jedoch deutlich stärker aus. Der Anteil dieser Altersgruppe betrug 2007 in der Gesetzlichen 17,5 Prozent und in der Privaten 16,4 Prozent. Seitdem erfährt der Anteil der unter 18-Jährigen in der Privaten jedoch wieder einen leichten Anstieg, während die Zahl der jungen gesetzlich Versicherten weiterhin abnimmt.

Steigende Geburtenrate in der PKV

Noch deutlicher ist der Unterschied bei den Neugeborenen. Der Anteil der privat und gesetzlich versicherten Neugeborenen bewegt sich im Beobachtungszeitraum stetig aufeinander zu. Die gesetzlichen Krankenkassen haben einen konstanten Rückgang zu verzeichnen, während der Anteil der Neugeborenen in der privaten Versicherung kontinuierlich steigt. Und das trotz des bundesweit rückläufigen Geburtentrends. 2006 lag der Anteil der privat versicherten 0-Jährigen erstmals über dem der gesetzlich Versicherten dieses Alters.

Vermutung relativiert

Laut WIP müsse nun die Vermutung revidiert werden, dass Eltern mit Kindern sich vorrangig für eine gesetzliche Versicherung entscheiden, um in den Genuss der kostenfreien Familienversicherung zu kommen. Je potenzielle Eltern gäbe es nach diesen Erkenntnissen mehr Kinder als in der gesetzlichen Versicherung.




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