KKH und BKK Allianz
Partnersuche bei den Krankenkassen - KKH und BKK Allianz
Donnerstag, 25. Sep 2008, 12:34
Die BKK der Allianz und die KKH sind in Fusionsgesprächen.
Die KKH ist mit ihren rund zwei Millionen Versicherten die viertgrößte gesetzliche Krankenkasse. KKH-Chef Ingo Kailuweit will über eine enge Kooperation sowohl neue Kunden an das neue Unternehmen heranführen als auch Bestandskunden an seine Krankenkasse binden. "Der Erfolg einer Kasse wird zunehmend davon abhängen, wie gut sie mit gezielten Angeboten und überzeugendem Service die Wünsche und Bedürfnisse ihrer Kunden erfüllt." Faktoren wie Marktstärke, starke Verhandlungsposition und potente Kooperationspartner werden über Führungsrollen bei den gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) entscheiden.
Klein - aber Oho
Der potente Partner der KKH wird die BKK Allianz sein. Sie ist zwar mit nur 100.000 Versicherten eine der kleineren Krankenkassen in der GKV, arbeitet jedoch eng mit der Allianz private Krankenversicherung zusammen, einer der führenden privaten Krankenversicherer in Europa.
Wirksame Effekte durch Zusammenschluss
Die neue Krankenkasse wird "KKH-I-Allianz" heißen und als Ersatzkasse arbeiten. Es ist eine Besonderheit, dass eine gesetzliche Krankenkasse mit einem privaten Krankenversicherer so zusammenarbeitet. Für Matthias Schönermark von der Unternehmensberatung "Schönermark, Kielhorn und Collegen" ist diese Fusion der erste Versuch, ".. mögliche Synergien bei der Kundenbetreuung und der Entwicklung neuer Produkte durch eine enge Verzahnung von privater und gesetzlicher Krankenversicherung zu heben". Der Zusammenschluss von unterschiedlichen Unternehmen soll demnach Wirkungen zeigen, die mehr sind als die einfache Addition zweier Komponenten.
Sonderwege für spezielle Kunden
Die Unternehmensberatung ist Spezialist für solche Modelle für taktische Zusammenarbeit. Hier wurde die Fusion geplant und vorbereitet. Viele Krankenkassen versuchen bereits, sich mit privaten Zusatztarifen auf dem Markt zu positionieren. Doch das sind meistens einfache Standardtarife, die sowieso von den privaten Krankenversicherern angeboten werden. Doch das Ziel der neuen Partnerschaft soll es sein, neue Kunden für neue Produkte zu gewinnen. Im Focus sind Interessenten, die keinerlei Standardlösungen wollen.Stefan Haslauer ist Chef der Allianz-BKK. Er hofft, von dem positiv besetzten Erscheinungsbild der Marke "Allianz" zu profitieren. Die hervorragende Position der privaten Allianz Krankenversicherung wird ein nicht zu verachtender Erfolgsfaktor in der Zusammenarbeit der beiden Krankenversicherer sein.
Fusionswelle wird nicht abebben
Für den Unternehmensberater Matthias Schönermark ist die Zeit der Fusionen noch lange nicht vorbei. Sein Unternehmen hat noch einige Aufträge zu erfüllen, in denen Krankenkassen passende Partner suchen. Ohne konkrete Namen zu nennen, geht er davon aus, dass besonders kleine Krankenkassen nach geeigneten, sprich stärkeren Partnern suchen. Vor allem wird das Betriebskrankenkassen betreffen, denn sie verlieren durch den Einheitsbeitrag ab 2009 den Vorteil der geringen Beiträge. Aber auch größere Kassen – so war in unterrichteten Kreisen zu hören – könnten sich auf die Suche nach geeigneten Zusammenschlüssen begeben. Bisher ist es nur ein Gerücht, dass beispielsweise auch die DAK sich mit einer Fusion besser aufstellen und profilieren will.






