Datenschutz

Krankenkassen geben Kundendaten weiter

Samstag, 15. Mär 2008, 07:00
Die gesetzlichen Krankenkassen stehen weiter unter Beschuss. Die Bildzeitung berichtete am 07.03. über schwere Vorwürfe gegen die IKK Weser-Ems und die IKK Hamburg. Peter Schaar, Datenschutzbeauftragter der Bundesregierung, beschuldigt die Kassen des Missbrauches persönlicher Mitgliederdaten.
Krankenkassen geben Kundendaten weiter.

Krankenkassen geben Kundendaten weiter.

Die zwei norddeutschen Krankenkassen sollen sensible Daten an die private Krankenversicherung Signal weitergegeben haben. Mitarbeiter der Krankenversicherung haben auf dieser Grundlage gezielte Telefonwerbung für Zusatzversicherungen durchgeführt, so berichtet BILD. Der Zeitung liege ein Brief von Peter Schaar an den Gesundheitsausschuss des Bundestages vor. Der Datenschutzbeauftragte prangert die Praxis der Weitergabe persönlicher Daten an, zumindest bei den beiden beschuldigten Innungskrankenkassen (IKK). Ob derartig dubiose Praktiken auch bei anderen Instituten an der Tagesordnung sind, ist aus der Sicht des Datenschützers ohne weitere Kontrollen nicht nachzuweisen.

Die Spur beginnt im Jahr 2005

Ein Hinweis brachte den Datenschützer auf die Spur der Vorgänge aus dem Jahr 2005. Durch Kontrollmaßnahmen stellte sich heraus, dass beide Krankenkassen ihren privaten Kooperationspartner mit entsprechenden Einzelheiten bedient haben. Der Sprecher des Datenschutzbeauftragten bezeichnete die Ergebnisse der Überprüfungen als "starkes Stück". Gegen die Krankenkassen wurde ein Strafantrag eingeleitet. Peter Schaar stellte den Beschuldigten einen Bericht zu und bat um Stellungnahmen spätestens bis zum April diesen Jahres.

IKK Hamburg will Anschuldigungen entkräften

Bereits vor Ablauf dieser Frist wurden Staatsanwaltschaft und Presse eingeschaltet, was wiederum für die Krankenkassen sehr erstaunlich war. Der Sprecher der IKK Hamburg machte klar, dass sich die Verfahrensweisen der Innungskrankenkassen innerhalb gesetzlicher Vorschriften bewege. Bisher habe es keinerlei Beschwerden gegeben. Der Sprecher äußerte die feste Überzeugung, dass die Krankenkassen die Anschuldigungen entkräften werden, so dass sich die Vorwürfe als haltlos erweisen würden.




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