H1N1-Virus
Körpereigenes Protein stoppt Schweinegrippe
Freitag, 18. Dez 2009, 09:56
Körpereigenes Protein stoppt Schweinegrippe.
Wissenschaftler der Harvard Medical School im US-Bundesstaat Massachusetts haben herausgefunden, dass der menschliche Körper ein Protein besitzt, das als natürliche Waffe gegen den Erreger der Schweinegrippe geeignet ist. Dabei handelt es sich um bestimmte Eiweiße, die das eindringende H1N1-Virus bereits am Eindringen in die menschlichen Körperzellen hindert. Allerdings ist die Menge dieser körpereigenen Eiweiße genetisch bedingt. Daher sind einige Menschen resistenter gegen die neue Grippe als andere.
Natürliche Waffe
Das sogenannte IFITM-Eiweiß fungiert bei der Abwehr gegen Krankheiten als eine Art Wächter, wie Stephen Elledge, einer der Leiter der Studie, die Funktion beschreibt. Es kontrolliert gewissermaßen sämtliche Stoffe an der Zellwand, bevor sie in die Zelle eindringen. Das Eindringen des Schweinegrippe-Virus, aber auch Erreger anderer Krankheiten, kann IFITM so verhindern. Damit können sich die Erreger nicht weiter vermehren und ausbreiten.
In der Studie, die im Fachmagazin „Cell“ erschien, haben die Wissenschaftler die Funktion des IFITM künstlich unterbrochen. Die Folge war die explosionsartige Vermehrung des Schweinegrippe-Virus.
Genetisch bedingte Abwehrkräfte
Die Wissenschaftler fanden heraus, dass die Bildung von IFITM genetisch gesteuert wird. Demnach sind unsere Erbanlagen ausschlaggebend, ob der Körper in der Lage ist, das Schweinegrippe-Virus zu bekämpfen. Das könnte nach Ansicht der Virologen auch der Grund sein, warum einige Menschen mit einem leichten Schnupfen kommen, andere aber durch die Schweinegrippe-Infektion sterben.
Ziel der Forscher ist es nun, die Aktivität und die Bildung der körpereigenen Eiweiße gezielt zu verstärken. Dadurch werde der Körper sehr effektiv in der Lage, das Virus allein zu bekämpfen.
Neuer Impfstoff möglich
Die neuen Erkenntnisse könnten die Entwicklung eines neuartigen Impfstoffes ermöglichen. Die Präsenz von IFITM an den Zellwänden lässt sich nach Aussagen der Forscher nämlich gezielt erhöhen. Dies wäre möglich durch das Zuführen von Interferon, einer Substanz, die die Bildung von IFITM ankurbelt. Allerdings ist der körpereigene Stoff Interferon auch dafür verantwortlich, dass wir uns krank fühlen. Übelkeit, Kopf- und Gliederschmerzen gehen auf sein Konto.
Deshalb suchen die Wissenschaftler nun nach einem Weg die IFITM-Konzentration ohne Interferon zu erhöhen. Eine Möglichkeit könnte nach Aussage von Stephen Elledge die sogenannten Liposome darstellen. Diese winzigen Moleküle könnten als eine Art Taxi fungieren und das IFITM zu den Zellwänden transportieren. Das sei allerdings erst in Zukunft möglich. Zunächst müsse weitere Forschung geleistet werden. Eine kurzfristige Entwicklung eines Impfstoffes werde es also nicht geben.






