H1N1-Virus
Deutsche holen sich Schweinegrippe-Impfung in Österreich
Freitag, 13. Nov 2009, 11:18
Deutsche holen sich Schweinegrippe-Impfung in Österreich.
Eigentlich sollte der Impfstoff für jeden verfügbar sein, der sich impfen lassen möchte. Doch es mehren sich Fälle von Versorgungsknappheit. Selbst Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) hat inzwischen eingeräumt, dass die Bevölkerung erst ab Dezember auf breiter Ebene versorgt werden kann. Bis dahin haben Risikogruppen und medizinisches Personal den Vortritt. Vor allem in Bayern hat nun ein reger Impftourismus ins Nachbarland Österreich eingesetzt, um sich dort gegen das A/H1N1-Virus impfen zu lassen. Viele hoffen außerdem, einen vermeintlich besseren Impfstoff zu erhalten. Doch nicht jeder erhält die Spritze: Nur wer in Österreich krankenversichert ist, darf sich die Impfung dort holen.
Impftouristen wollen besseres Serum
Vor allem die Bundesländer nahe der bayerischen Grenze wie Salzburg und Tirol verzeichnen viele Anfragen von Impfwilliigen aus ganz Deutschland, vor allem aber aus Bayern. In Salzburg kann man sich direkt am Bahnhof impfen lassen. Die Wanderungsbewegung ist auch Ausdruck der Angst vor einer Zwei-Klassen-Medizin. Viele Bayern kommen in der Erwartung auf den vermeintlich besseren Impfstoff Celvapan, der in Deutschland ausschließlich Angehörigen des Innenministeriums vorbehalten ist. Viele haben Angst, mit Pandemrix den schlechteren Impfstoff zu erhalten, obwohl das Innenministerium bereits deutlich gemacht hat, dass Celvapan nicht besser ist als Pandemrix.
Nicht jeder erhält Spritze
Während in Salzburg recht freizügig mit dem Impfstoff umgegangen wird, ist man in anderen österreichischen Bundesländern offenbar weniger begeistert von den Impftouristen. In Vorarlberg hieß es, dass nur Österreicher die Impfung bekommen, da jedes Land selbst für die Impfung verantwortlich ist.
Die österreichische Regierung hat angesichts der vielen deutschen Patienten in österreichischen Praxen deutlich gemacht, dass die Impfung nicht ohne weiteres an jeden ausgegeben werden kann. Per Erlass können nur Deutsche die Impfung in Österreich erhalten, die dort einen Wohnsitz oder einen Arbeitsplatz vorweisen können. Nur dann sind sie in Österreich krankenversichert und haben Anspruch auf die Spritze.
Knappheit in Deutschland
Außerdem könnten sich angesichts der regionalen Knappheit des Impfstoffes mehr Impfwillige ins Ausland begeben. Inzwischen hat selbst Philipp Rösler eingeräumt, dass derzeit nicht für alle Impfstoff zur Verfügung steht. Erst ab Dezember wären laut Rösler Impfdosen für alle Teile der Bevölkerung verfügbar. Eine Sprecherin des Herstellers GlaxoSmithKline in Dresden wies daher auch die Kritik am Unternehmen zurück. Allen Beteiligten sei im Vorfeld klar gewesen, dass die bestellten 50 Millionen Dosen nicht auf Anhieb produziert und ausgeliefert werden könnten. Das werde wahrscheinlich erst 2010 der Fall sein.






