Megafusion
Barmer und GEK: Bald größte Krankenkasse Deutschlands
Donnerstag, 24. Sep 2009, 13:49
Aus 2 mach 1.
Vorangegangen waren Verhandlungen mit der DAK und der Techniker Krankenkasse. Die GEK gehört zu den Verlierern des Gesundheitsfonds, da die Krankenkasse vor allem junge Mitglieder versichert und der Gesundheitsfonds die Gelder nach Alter und Krankheitsstand verteilt. Offensichtlich reicht es heute im Gesundheitswesen nicht mehr, sich mit einem Marktanteil von zwei Prozent und dem Titel als „kundenfreundlichste Krankenkasse“ erfolgreich allein durchzusetzen.
Neue Krankenkasse wird Marktführer
Insgesamt 8,6 Millionen Menschen werden zukünftig in dieser Krankenkasse versichert sein, so viele wie in der gesamten privaten Krankenversicherung zusammen. Im Moment liegt die Techniker Krankenkasse gemessen an der Mitgliederzahl von 7,3 Millionen noch ganz vorn, wird aber 2010 dann nur noch Platz zwei belegen. Der Marktanteil der geplanten Großkrankenkasse wird etwa zwölf Prozent und das Haushaltsvolumen 20,7 Milliarden Euro betragen. All das sei auf den Gesundheitsfonds zurückzuführen, der eine Vergrößerung und Stärkung der gesetzlichen Krankenkassen vorgibt. Die Krankenkassen versprechen, dass die Versicherten beider Krankenkassen von der Fusion profitieren würden. Es würde 2010 kein Zusatzbeitrag eingeführt werden.
Fusion steht fest
Die Fusion der Kassen steht bereits fest, muss aber offiziell am Freitag noch durch den BARMER Verwaltungsrat und das Bundesversicherungsamt in Bonn bestätigt werden. Der Verwaltungsrat der GEK plant die Beratungen über den Fusionsvertrag und die Satzung der zukünftigen Kasse Anfang November. Am 01. Januar 2010 könnte der Startschuss der neuen Krankenkasse fallen. Momentan sind ca. 17.000 Mitarbeiter bei der BARMER tätig und es gibt ungefähr 1.000 Geschäftsstellen. Zusammen mit der Gmünder Ersatzkasse werden es nächstes Jahr rund 19.500 Mitarbeiter und 1.180 Betreuungsstellen sein.
Patienten sollen profitieren
Ziel der Fusion sei die Erhöhung der eigenen Marktmacht gegenüber Ärzten, Krankenhäusern und Arzneimittelherstellern. Das dabei gewonnene Geld solle in Leistungen für Familie und die Prävention gesteckt werden und somit den Versicherten zu Gute kommen. Allerdings bleibt der Einheitsbeitrag, der seit Anfang dieses Jahres gilt, bestehen. Die GEK sagte, jedoch, dass ohne die Fusion Zusatzbeiträge von den Versicherten verlangt hätten müssen. Ein Name stehe bis jetzt noch nicht fest. Es solle sich im Namen aber widerspiegeln, dass es sich um eine gleichberechtigte Vereinigung der beiden Krankenkassen handelt und nicht um eine Übernahme der Gmünder Ersatzkasse durch die BARMER.
Kassenfusionen in Deutschland
Auch für alle weiteren kleinen gesetzlichen Krankenkassen wird es in Zukunft schwer sein, allein zu überleben. Sie werden ebenfalls gezwungen sein, Kooperationen mit anderen Kassen einzugehen. In den vergangen Jahren allein schrumpfte die Zahl der Kassen von 240 auf 180. Laut Bundesregierung gebe es zu viele Krankenkassen, wodurch die Verwaltungskosten zu hoch seien.






